Add to Search Bar (Firefox Addon)

14. Januar 2009

Manchmal sind die einfachsten Dinge schwer zu bewältigen. Als Historiker verbringt man einen guten Teil seiner Zeit damit, Dinge zu suchen. Und da keine Suchmaschine alles indexiert, müssen wir ständig verschiedene Seiten nutzen. Egal ob Google, die Universitätsbibliothek, JSTOR, Worldcat oder die Suchfunktion dieser kleinen Fachseite – normalerweise ruft man die Seite auf, klickt auf „Suchen“ und darf dann erst seine Suche durchführen. Clevere Leute haben natürlich ein Bookmark, aber es geht auch praktischer.
Add to Search Bar ist ein Addon für den Internetbrowser Firefox, das einem jede Menge Klickerei abnehmen kann. Die Bedienung ist kinderleicht: Befindet man sich auf einer Internetseite mit einer Suchbox, reicht ein simpler Rechtsklick in das Suchfeld und man kann diese Suche in Firefox hinzufügen:


Das Ergebnis ist einfach und simpel: Die entsprechende Suche taucht unter einem selbst zu definierenden Namen in der Suchbox oben rechts auf:

Kurz gesagt: Add to Search Bar ist ein sehr praktisches kleines Addon, das einem eine Menge Klickerei ersparen kann.

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Dropbox

5. Januar 2009

An jeder Universität gibt es ein schwarzes Brett und dort hängen häufiger flehende Zettel von Studenten oder Doktoranden, denen man den Laptop geklaut hat. Das ist ärgerlich, aber richtig gemein wird es, wenn auf dem Laptop wichtige Daten gespeichert waren. Die fast fertige Hausarbeit, die Bibliographie der Doktorarbeit, eine abgabereife Magisterarbeit.  Dummerweise gibt es kein Backup und jetzt ist nicht nur der teure Laptop weg, sondern auch die ganze Arbeit.

Es müssen nicht unbedingt Diebe sein: Technische Geräte neigen dazu, im falschen Moment kaputt zu gehen. Der Laptop muss nur einmal vom Tisch fallen oder die überlebenswichtige Tasse Kaffee kippt im falschen Moment um und schon steht man vor einem Problem. Backups sind daher gerade bei wichtigen Arbeiten absolute Pflicht. Ob man sich die Hausarbeit am Ende eines Arbeitstages selbst per Mail zuschickt oder sie zusätzlich noch auf einem USB-Stick speichert, ist eigentlich egal. Hauptsache, man bekommt im Schadensfall die Daten zurück.

Das dumme an solchen manuellen Backups ist allerdings, dass man daran denken muss. Das ist leicht gesagt, aber wenn man am Ende des Tages müde aus der Unibibliothek schleicht, vergisst man sowas sehr schnell.

Dropbox ist ein Service, der einem diese Arbeit abnimmt. Er bietet automatische Syncronisation mit einem Internetserver und 2GB Speicherplatz. Nachdem das Programm installiert wurde, erstellt es einen Ordner, dessen Inhalte automatisch auf den Dropbox-Server hochgeladen werden. Der Endanwender muss seine Arbeit nur in diesem Ordner speichern und muss ansonsten nichts tun.

Weiterhin kann man mehrere Rechner auf diese Weise syncronisieren. Da ich meinen Uniordner über Dropbox synce, kann ich bequem mit dem Laptop an der Uni arbeiten, die bearbeiteten Dateien werden automatisch hochgeladen und wenn ich abends nach Hause komme, kann ich den stationären Rechner hochfahren und direkt an den gleichen Dateien weiterarbeiten. Am nächsten Tag an der Uni läuft es genauso: Einfach Laptop anschalten, ins WLAN einloggen und schon ist alles, was ich am Abend zuvor am anderen Rechner gearbeitet habe, da.

Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, seine Daten ins Internet (genauer gesagt auf Amazons S3-Server) hochzuladen, aber für den Ottonormalstudenten ist der Service eine praktische Sache. Die Daten werden vor dem Hochladen verschlüsselt und als Geschichtsstudent arbeitet man selten an wirklich geheimen Dingen. Wer also eine einfache Backuplösung und eine Möglichkeit sucht, Daten zwischen mehreren Rechnern zu syncronisieren, sollte sich Dropbox anschauen. Die Basisversion mit 2 GB Speicherplatz ist komplett kostenlos, wer mehr Platz benötigt, kann ihn kostenpflichtig kaufen.


Google Books herunterladen

3. Januar 2009

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Archivalia verweist auf diese einfache Möglichkeit, Bücher aus Googles Buchsuche herunterzuladen. Benötigt werden neben den für Firefoxnutzer eh empfehlenswerten Addons DownThemAll und Greasemonkey nur ein einfaches Skript und schon kann man sich die Bücher als Bilddatei auf die Platte laden.
Danach kann man mit dem Buch machen, was man will: Ausdrucken, PDFs erstellen oder unterwegs auf dem PDA oder Laptop lesen.

Eine weitere Variante ist die Software Google Book Downloader. Diese muss man zwar installieren, aber dafür lädt sie nach der Eingabe der Buch-ID das Buch automatisch herunter.


Tote Webseiten wiederbeleben mit der Wayback Machine

20. September 2008

Eines der größten Probleme des Internets aus der Sicht eines Historikers ist, dass Internetseiten schnell aus dem Netz verschwinden können. Hier im Blog reichen ein paar Klicks und schon ist ein Post gelöscht. Das ganze Blog zu entfernen, ist auch nicht viel schwerer. Das gilt für jede andere Internetseite: Der Betreiber verliert die Lust und löscht sie, das Hosting wird ihm zu teuer, Domainsquatter klauen die Domain oder ein Relaunch der Webseite verändert alle URLs oder gar den gesamten Inhalt.
Jeder, der aus irgendeinem Grund diese Webseite in einer Arbeit zitiert hat oder nur auf sie verlinkte, steht jetzt im Regen. Die Informationen auf der Seite sind weg.
Abhilfe kann die Wayback Machine des Internet Archive schaffen. Sie durchsucht seit 1996 das Internet und speichert Webseiten. Mittlerweile sind 85 Milliarden Seiten im Index und die Chancen, eine wichtige Seite wiederzufinden, sind relativ hoch. Das macht die Wayback Machine zu einem wichtigen Werkzeug für jeden Internetnutzer und auch jeder Historiker sollte sie kennen und im Ernstfall benutzen.
Sie ist natürlich auch eine exzellente Quelle zur Geschichte des Internets. Alleine eine kleine Stichprobe zeigt, wie stark sich das Internet seit Gründung der Wayback Machine verändert hat.
Falls man eine Internetseite in einer offiziellen Veröffentlichung zitiert, kann es sich lohnen, zu schauen, ob die entsprechende Seite mit dem genauen Inhalt bereits im Index vorhanden ist. Ansonsten kann man sie auch ohne großen Aufwand hinzufügen lassen.


Google News Archive Search

10. September 2008

Google hat ein neues Großprojekt gestartet: Google News Archive Search hat das Ziel, möglichst viele Zeitungsarchive einzuscannen und online verfügbar zu machen. Für Google ist das die konsequente Weiterführung der Buchsuche, für Historiker wird sich in Zukunft wohl einiges verändern.
Letztes Semester habe ich in einer Hausarbeit mit dem Archiv des Spiegels gearbeitet, das ebenfalls komplett und kostenlos im Internet abzurufen ist. Auch wenn das Spiegel-Archiv einige Probleme mit der Benutzerfreundlichkeit und Bedienbarkeit hat, ist es doch deutlich einfacher zu durchsuchen und zu bearbeiten als ein Papier oder Mikrofilmarchiv. Ein kleines Beispiel verdeutlicht das wohl am Besten: Nehmen wir an, ich brauche einen bestimmten Artikel, z.B. den, der 1962 die Spiegel-Affäre ausgelöst hat. Die herkömmliche Methode ist es, sich in die Straßenbahn zu setzen, zur Unibibliothek zu fahren, dort den Mikrofilm zu bestellen und dann den Artikel auf einem altertümlichen Mikrofilmleser zu lesen. Vorausgesetzt, man hat bereits einen Bibliotheksausweis und eine in der Nähe, die den Spiegel in ihren Beständen hat. Ansonsten wird die Angelegenheit noch viel komplizierter – und gerade bei regionalen Zeitungen aus fremden Ländern müssen wohl die meisten Bibliotheken und Archive passen. Da bleibt dann nur die Anfrage, ob man eine Kopie zugeschickt bekommen kann oder eine teure Reise. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, wird man dankend darauf verzichten.
Online ist das ganze einfach und in wenigen Sekunden erledigt: Einfach den passenden Suchbegriff eingeben oder gleich die richtige Ausgabe aufrufen und sofort lesen. Weltweit, egal wo: Am bequemsten ist es immer noch zuhause im Lesesessel mit einem heißen Kaffee und nicht in stickigen Lesesälen. Es ist auch möglich, die gefundenen Daten zu speichern oder zu verlinken. So wird die Nachprüfbarkeit deutlich verbessert – zitiere ich aus einem Artikel, der nicht allgemein verfügbar ist, stehen ihr größere Hürden gegenüber.
Viel wichtiger ist aber das verbesserte Auffinden von Informationen und Zeitungsartikeln: Wenn Google es wirklich hinkriegt wie geplant, eine vernünftige Volltextsuche anzubieten, dann stehen dem Historiker völlig neue Möglichkeiten zur Verfügung: So kann man dann bequem innerhalb kürzester Zeit herausfinden, wie Zeitungen weltweit über ein Ereignis berichtet haben. Wie haben zum Beispiel Zeitungen in Russland auf den Absturz der Hindenburg reagiert? Und wie wurde die Politik Hitlers in Polen vor 1939 beurteilt? Alle Antworten sind dann nur wenige Klicks entfernt.
Nicht zu vergessen ist, dass Google diese Archive nicht nur für Historiker baut, sondern auch für normale Menschen. Der Historiker an der Uni hat bereits jetzt Zugriff auf eine enorme Quellenbasis, die für viele Menschen bisher unerreichbar ist. Das eben Erwähnte könnte vielleicht möglich werden.
Momentan ist der Dienst aber leider noch etwas unausgereift, was vor allem an den wenigen erfassten Zeitungen liegt. Außerdem sind viele dieser Angebote auch noch Pay-per-View, was extrem lästig ist.